Wie Shiatsu sich entwickelte
Shiatsu ist Japanisch und heißt Fingerdruck-Technik (Shi = Finger, atsu = Druck). Im Land der aufgehenden Sonne ist die sanfte, manuell ausgeübte Heilkunst seit den fünfziger Jahren offiziell vom Gesundheitsministerium als Therapiemethode anerkannt.
Seine Wurzeln hat das Shiatsu in der Jahrtausende alten chinesischen Lebenskunde und der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). In Verbindung mit der klassischen japanischen Massage entwickelten die Japaner daraus im 10. Jahrhundert die Urform des Shiatsu.
Das Shiatsu, wie wir es heute kennen, geht zurück auf den japanischen Shiatsu-Lehrer Tamai Tempaku. Er beschrieb 1919 als erster die Behandlung „westlicher“ Erkrankungen mit Hilfe der fernöstlichen Körperarbeit. In seinen Lehren integrierte er uralte spirituelle Weisheit und moderne westliche Medizin. Er vereinte die Techniken von Akupunktur und Akupressur, das Wissen über die Ströme der Lebensenergie (Meridiane) mit westlichen physiotherapeutischen Methoden.
Zu seinen Schülern gehörten auch Tokujiro Namikoshi und Shizuto Masunaga, die späteren Gründer der beiden Haupt-Schulen des modernen Shiatsu.
Von Japan aus hat sich Shiatsu in den letzten 50 Jahren in den USA und Europa verbreitet und eigenständig weiter entwickelt. Die achtsame Körperarbeit wird in verschiedenen Zusammenhängen ausgeübt – z. B. in der Gesundheitsförderung im Sinne der Salutogenese, in der Heilkunde oder in der Bildungsarbeit.
Die Shiatsu Praktizierenden in Deutschland werden durch den Berufsverband Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland (GSD) vertreten.
Dort heißt es zur Definition von Shiatsu:
„Shiatsu ist ein eigenständiges System der Förderung und Begleitung von Menschen in ihren spezifischen Lebenssituationen durch Anregung ihres selbstregulativen Energie-Systems (Ki) mittels shiatsuspezifischer Berührung.“
